Columbia, South Carolina. Barack Obama erzielt einen wichtigen Etappensieg auf seinem Weg zur US-Präsidentschaft: Im ersten votierenden Südstaat konnte er 57% der Stimmen für sich gewinnen, während seine Mitbewerberin Hillary Clinton nur auf 23% der Stimmen kam.
Böse Zungen behaupten, Obama hätte seinen beachtlichen Erfolg nur der Masse der schwarzen Wähler in South Carolina zu verdanken. Doch dem ist nicht so. Während Obama in der Tat die Mehrzahl der Stimmen dieser Bevölkerungsgruppe erhielt, stimmten auch etwa 25% der weißen Wähler für ihn.
Dem Wahlsamstag voran ging eine beispiellose Schmutzkampagne von "Billary." Jede Fernsehdebatte, jeder öffentliche Auftritt wurde genutzt um Tiefschläge gegen Barack Obama zu verteilen. Es wurden E-Mails in Umlauf gebracht, die Obama bezichtigen, ein "muslimischer Schläfer" zu sein der nur darauf wartet die USA in einen islamischen Gottesstaat zu verwandeln. Als Clinton Obama in einem TV-Duell wieder einmal mangelnde Erfahrung vorwarf platzte ihm der Kragen. "Während ich den Leuten auf den Straßen von Chicago half, saßen sie als Anwältin im Aufsichtsrat von Wal-Mart." monierte ein sonst für seine coole Art bekannte Obama.
Clintons weitere Strategie angesichts dieser herben Niederlage ist klar: Sie versucht, die Aufmerksamkeit auf Florida zu lenken weil sie sich in diesem Seniorenheim der Nation eines Sieges sicher fühlt, ungeachtet der Tatsache dass Florida keine Delegierten zum nationalen Parteitag in Denver schicken darf.
Eine weitere erfreuliche Meldung zu diesem Thema: Ted Kennedy, Urgestein der demokratischen Partei und Bruder von John F. Kennedy hat heute offiziell seine Unterstützung für Obamas Kampagne angekündigt. "Es ist wieder Zeit für eine neue Führungsgeneration. Es ist Zeit für Barack Obama." So seine Worte vor einem Publikum der American University in Washington, D.C.
Die Unterstützung Kennedys dürfte entgültig letzte Zweifel in der demokratischen Basis bezüglich Obamas "Erfahrung" zerstreuen. Es bleibt abzuwarten, wie Clinton diesen Schritt zu kontern vermag.
Es seien zu guter letzt noch ein paar Worte zum Wahlausgang in Hessen gesagt.
Unglücklicherweise hat sich Andrea Ypsilanti mit ihrer Pauschal-Absage an jegliche Koalition denn Rot-Grün angesichts der neuen Sitzverhältnisse im Landtag in eine Sackgasse manövriert.
Schnell rudert sie zurück und streckt ihre Fühler Richtung FDP für eine Ampel-Koalition aus, doch diese möchte nicht das fünfte Rad am Wagen für Rot-Grün sein. Eine Zusammenarbeit mit der Linken, der Ausgeburt des Bösen, lehnt Andrea auch ab. Was bleibt? Große Koalition kommt für sie "garnicht in Frage".
Irgendwie erinnert mich ihre Realitätsentfremdung an unseren Altkanzler Schröder, als er damals in der Elefantenrunde stolz verkündete "Wir haben die Wahl gewonnen!". Aber vielleicht hat der Siegestaumel ja die liebe Andrea in ein kleines Delirium versetzt, aus dem sie erstmal ernüchtern muss bevor sie einen klaren Gedanken zu fassen im Stande ist.
In diesem Sinne, viel Spaß beim Koalitionsgezänk wünscht Felix Wunderlich aus Berlin.
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3 Kommentare:
Dass sich Obama nicht zu sehr auf irgendwelche Wahlkampfspielchen einlässt, macht ihn alleine schon sehr sympathisch.
In Hessen wäre mir Rot-Rot-Grün am Liebsten, auch wenn Ypsilanti damit schon ihr erstes Wahlversprechen brechen würden, aber was gelten diese schon noch in der Politik, wenn die Urnen erst einmal geleert sind?
Die Große Koalition würde die Entthronung der CDU nur halbherzig stattfinden lassen.
Obama, der neue JFK??
siehe carsten
Toller Blog, wird leicht besser von mal zu mal, weiter so
Ich setze auf Obama!!!
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